In der Schweiz gelten die HSG-Studenten als reiche junge Schnösel die jeweils das Geld der Eltern verprassen. Dass es sich hier um Vorurteilen handelt, scheint wohl den Meisten bewusst zu sein. Doch ein HSG-Student der Universität St. Gallen hat sich berufen gefühlt, die Vorurteile zu bestätigen. Dieser hatte nämlich seinen Vater, aufgrund seiner Pendelstrecke zur Universität, verklagt.

Ein Master-Student der Universität St. Gallen (HSG) verklagte seinen Vater aufgrund des täglichen Pendelns, welches laut ihm, zu viel Zeit in Anspruch nahm. Der Student hielt es für nicht zumutbar täglich von seinem Wohnsitzt Romanshorn, wo dieser bei seinem Vater haust, nach St. Gallen zu pendeln. Daher forderte der Student, dass ihm sein Vater eine Wohnung in der Stadt St. Gallen zu finanzieren hat.

Seine Mutter wohnt ausserdem in Wittenbach, einem Vorort von St. Gallen. Aber auch der erwähnte Wohnsitz des Vaters liegt nur rund 23 Kilometer von St. Gallen entfernt. Somit bräuchte der Student, ohne Umsteigen, 25 Minuten für die angegebene Strecke.

Das Schweizerische Bundesgericht machte darauf kurzen Prozess mit dem Klagenden:

«Der Student bestreitet sodann, dass er von beiden Wohnorten gleich gut an die Universität St. Gallen pendeln könne, denn von Romanshorn aus sei er täglich mindestens 78 Minuten länger unterwegs. Abgesehen davon, dass seine Behauptung nicht nachvollziehbar ist (vgl. www.sbb.ch), kann es nicht um völlige Gleichwertigkeit der Pendelstrecken gehen, sondern einzig darum, dass das Pendeln zur Universität sowohl vom einen wie vom andern Ort aus zumutbar ist.»

Das Argument, er müsse mehrfach pro Tag diese Strecke bestreiten, liess das Schweizerische Bundegericht dem Studenten nicht durchgehen:

«Der Beschwerdeführer behauptet schliesslich, er müsse öfters mehrmals am Tag für kurze Zeit an die Universität für Meetings etc., was von Romanshorn aus nicht zu bewerkstelligen sei. Dies stellt einerseits eine unbelegte und unzulässige Tatsachenbehauptung dar. Andererseits kann er daraus ohnehin nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn es ist zumutbar, allfällige freie Zeiträume zwischen zwei Terminen an der Universität bzw. in St. Gallen zu verbringen und nicht tagsüber nach Hause zurückzukehren. »

Zu guter Letzt wurde die Anklage abgelehnt und der Student muss jetzt die am Bundesgericht entstandenen Kosten von 2.000 Schweizer Franken (circa 1850 Euro) tragen. Dabei sind die Vorinstanzen noch nicht mit eingerechnet.

Ob der Vater die Kosten für ihn übernehmen wird? Wohl kaum. Dumm gelaufen.

Quelle: http://bit.ly/2gZUuek

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